Montag, 21. Januar 2013

Icy Roads - Painfully Falls

In der Nacht auf Sonntag verwandelten sich in fast ganz Deutschland sämtliche Straßen zu einer gefährlichen Rutschbahn. Unfassbares Glatteis und ich mittendrin. Weil dies eine Erfahrung war, die ich in diesem Ausmaß noch nie erlebt habe, möchte ich das hier nun auf meinem Blog fest halten. Als ich gemeinsam mit 3 Freundinnen am Samstagabend gegen 22 Uhr in eine Kneipe lief, nieselte es bereits und war unter 0 Grad. Um die 3 Uhr Nachts verließ ich gemeinsam mit einem der Mädels die Kneipe wieder, um nach hause zu laufen. Und wir waren beide geschockt was uns draußen erwartete. Geländer, Treppen, Straßen, Gehwege - ALLES war vereist und glatt wie eine Eisbahn. Gleich nach ein paar Schritten fetzte es mich bereits schon übelst auf die Fresse. Aufstehen war fast unmöglich. Ein paar Schritte weiter lag ich schon wieder und drauf hin schmiss es uns sogar gemeinsam gleichzeitig auf die Straße. Es war unfassbar, so was habe ich noch nie erlebt. Eigentlich wirklich lebensgefährlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendjemanden gab, der zu dieser Zeit noch unterwegs war und NICHT gefallen ist. Da ich leicht alkoholisiert war nahm ich die Heftigkeit meiner Stürze nur bedingt war - am Tag danach dafür umso mehr. Blaue Flecken, Prellungen, Schmerzen. Schrecklichst. Vor allem, da ich durch die körperliche Arbeit eh schon mit Muskelschmerzen gesegnet bin. Ich fühl mich total kaputt, wie ein Wrack und bin immer noch ganz geschockt über diese extreme Glätte. Ich bin froh, dass ich mir nichts gebrochen habe und das alle der 3 Freundinnen wohl behalten, mit dem ein oder anderen blauen Fleck, zuhause ankamen. Das Auto vor unserem Haus war auch komplett mit Eis überzogen. Ein wirklich extremes Erlebnis -welches eventuell bald wieder so eintritt - es soll ja bis zu -15 Grad geben - dann allerdings werde ich definitiv NICHT mehr nachts unterwegs sein.

Dienstag, 15. Januar 2013

A Serbian Film (2010) - ACHTUNG FSK18

Der ehemalige Pornostar Milos hat einige Filme gedreht und lebt nun ohne diese Art von Arbeit gemeinsam mit seiner Frau und seinem 8-jährigen Sohn in einer hübschen Wohnung. Als sein Bruder ihn auf ein interessantes Geschäft im Pornoring aufmerksam macht, steigt Milos wieder ein - nichtsahend auf welch grausames Genre er sich eingelassen hat... -> Trailer
Völlig unerwartet, völlig aus dem Nichts kam mir dieser Film unter. Und ich war nicht darauf vorbereitet, was ich zu sehen bekam. "A Serbian Film" nimmt den Platz von "Inside" ein und übertrumpft ihn um Meilen: Als schrecklichster, brutalster und grausamster Film den ich je sah. Ich habe erst nicht glauben können, dass es diesen Film tatsächlich zu kaufen gibt und sogar UNCUT online zu sehen ist. Ich dachte an einen Scherz. Dieser Film dreht sich um Sex, Gewalt und alles Grausamstes was man damit in Verbindungen bringen kann. Er bricht mit den letzten Tabus. Kontrovers oder krank? Ich kann dazu eigentlich nur letzteres sagen und doch habe ich mir diese heftigen, grenzüberschreitenden Szenen angesehen bzw angetan. Ich steh immer noch etwas neben mir und verstehe nicht ganz, was der Macher hiermit sagen wollte. Ein Hilfeschrei, ein Wutausbruch - ein so wuchtiger Schrei um alle wach zu rütteln - aber... geht das so? Kann man tatsächlich Szenen zeigen, die so viele Grenzen überschreiten, dass man sich selbst als Zuschauer dreckig fühlt? In "A Serbian Film" sieht man nicht nur unzählige Sexszenen, die immer brutaler und blutiger verlaufen, man sieht auch die Geburt und anschließende Vergewaltigung eines neugeborenen Kindes. Und hier ist spätestens Schluss mit Filmkunst. Ich hab gefühlstechnisch gerade eine Schlinge um den Hals und kann immer noch nicht so ganz glauben, dass es diesen Film gibt - dass er alle Grenzen überschreitet, die es irgendwo noch gab. Das Ende ist dann so grausam, so schnell und hart - dass manch einer, der hier noch zu sieht kotzend in der Ecke liegen könnte. Was ist hier passiert? Warum gibt es diesen Film? Warum gibt es ihn auf DVD zu kaufen? Ich bin geschockt und gleichzeitig total fasziniert... von so viel... grenzüberschreitendem Mut eines Regisseurs. In mir brodelt ein Zwiespalt. Vielleicht wollte genau das mit "A Serbian Film" erreicht werden. Alles Übel in einen Topf mit viel Blut und dann reagiert mal, ihr kleinen dummen Zuschauer....

Precious (2009)


Claireece "Precious" (Gabourey Sidibe) ist 16, fettleibig und bereits zum 2. mal schwanger. Das Mädchen lebt bei ihren Eltern. Vom eigenen Vater missbraucht, welcher auch der Vater ihrer Kinder ist und von der Mutter misshandelt schlägt sich das Mädchen in der Schule nur schwer durch. Durch die Begegnung mit der Lehrerin Mrs. Rain (Paula Patton) schöpft Precious Mut und Zuversicht. Auch die Sozial Arbeiterin Mrs. Weiss (Mariah Carey) zeigt ihr einen Weg auf - raus aus der häuslichen Gewalt. Nun muss das gebrochene Mädchen selbst erkennen, dass sie es wert ist geliebt zu werden. -> Trailer
Ein Film, welcher unzählige Preise gewann & als stärkstes Drama 2009 gilt. Ich habe die DVD bereits vor einem Jahr gekauft und nie hatte ich sie angesehen - jetzt war es so weit. Man erlebt in "Precious" mit wie trostlos und hart das Leben der 16-jährigen Claireece ist. Die Demütigungen der Mutter, der Missbrauch durch den Vater, das Gehänsel der Mitschüler - all das erträgt die junge Mutter scheinbar unberührt. Oder bleibt ihr einfach nur keine andere Wahl? Der Film ist mit tollen Darstellern besetzt, hervorragende Arbeit - jedoch berührt mich der Stoff nicht richtig. Ich finde, man hätte mehr daraus machen können. Ich bin sicher eine der wenigen der das so sieht. Leider. Vielleicht stört es mich, dass Precious so hart und kühl wirkt - so unbetroffen. Vielleicht ist dies aber auch normal so - dass man irgendwann nach so viel Leid einfach nur noch erträgt und erträgt. Mir fehlte aber die Tiefe. Das Leid der Hauptdarstellerin. Einzig am Ende sehe ich das Leid in ihrem Zusammebruch - welcher stark dargestellt wird von Gabourey Sidibe. Auch stark fand ich die Momente, in denen sich Precious einfach weg träumte - zb während ihr Vater sich an ihr vergeht. Immer in schlimmen Momenten war sie in ihrer Traumwelt.  Der Stoff von "Precious" ist hart und es wird viel Leid und häusliche grausame Gewalt aufgezeigt - ob man davon berührt ist oder nicht, steckt in jedem selbst. Ich finde den Film technisch gut - jedoch bleib mein Herz leider kaum berührt - bis hin zu manch einer "Beichte" am Ende- und somit ist "Precious" ein Film, den ich mir kein weiteres mal ansehen werde. Beinahe fühle ich mich schlecht, weil ich diese Kritik so schreiben muss.

Montag, 14. Januar 2013

5 "Guilty Pleasures"

Bei Kasumi hab ich die Blogparade entdeckt. Es geht darum, Filme aufzuzählen die man mag, welche aber irgendwie peinlich sind. Filme, die vielleicht von der Mehrzahl nicht gemocht werden - die man selbst aber gerne sieht. Eigentlich sollten es 10 Filme sein aber ich komm einfach nicht auf mehr als 5. Aber da gibt es sicher noch welche. Eventuell folgt also eine Fortsetzung dieser Parade.

Not A Girl - Crossrods (2002)
Britney Spears in ihrem ersten Kinofilm. Ich hab ihn mir damals im Kino angesehen und ich mochte ihn. Danach habe ich ihn auch noch mehrmals gesehen und würde es wieder tun. Ich finde der Streifen hat was und Britney macht sich gar nicht so schlecht. Der Film wurde von den Kritikern in der Luft zerrissen - von mir, jedoch nicht. -> Trailer

Liebe und andere Grausamkeiten (1993)
Aufmerksam wurde ich auf diesen eher unbekannten Film durch Mia Kirshner (The L Word), welche hier eine Nebenrolle hat. Der Film ging an der breiten Masse vorbei - die, die ihn sahen fanden seine Umsetzung schwach. Ich war dagegen sehr positiv überrascht. Humor, Thriller, Drama und Queercinema finden hier zueinander. Ich mag den Film sehr gerne. -> kompletter Film

Speed 2 (1997)
Der erste Teil wird von den Kritikern und Zuschauern gelobt - ich hingegen mag nur den 2 Teil. Dieser wurde für die goldene Himbeere nominiert - er gilt als schlechte Fortsetzung. Ich sehe Sandra Bullock gerne und finde Speed 2 spannend und unterhaltsam. -> Trailer

Unbekannter Anrufer (2007)
Auch eher kritisiert und als "langeweilig" abgestempelt. Ich war beim ersten Mal total angespannt, so spannend fand ich die Geschehnisse. Ich finde, es braucht nicht viel Action. Atmosphäre, Geräusche - der Weg zum Finale - das ist für mich wichtig. Ein toller Film. -> Trailer

Blaue Bohnen für ein Halleluja (1967)
Eher ein Flop in der damaligen Zeit und auch heute reißt sich die Nebenrolle von Terence Hill nicht raus. Aber ich war das erste Mal von einem so alten Western sehr gut unterhalten. Ich finde es toll, dass eine junge (sehr kleine) Frau die Hauptrolle spielt und verdammt stark dargestellt wird. Noch dazu viele Lacher und Musik. Ich war bestens unterhalten. -> kompletter Film

Sonntag, 13. Januar 2013

Dogville (2003)


Wie aus dem Nichts taucht eine schöne junge Frau (Nicole Kidman) in der abgeschiedenen Kleinstadt Dogville auf. Sie sucht Zuflucht, erzählt aber keinem was sie zu einer Flucht veranlasste. Die Bewohner des Ortes gewähren der Fremnden die Bleibe und freunden sich sogar mit ihr an. Als eines Tages jedoch ein Steckbrief mit ihrem Gesicht auftaucht kippt die Stimmung. Die Bewohner verlangen nun mehr dafür, dass Grace in ihrem Ort verweilen darf. Die Männer beginnen sich Grace sexuell zu nähern, Kinder und Frauen provozieren und nutzen sie aus. Ein grausames Martyrium beginnt für die Unbekannte. Doch Grace hat ein Geheimnis und Dogville wird es bedauern sie aufgenommen zu haben... -> Trailer
Ein sehr ungewöhnlicher Film, eigentlich der ungewöhnlichste den ich bislang sah. Erst wollte ich mich gar nicht auf ihn einlassen, als ich sah wie und vor allem WO er gedreht wurde . Die ganzen 170 Minuten spielen auf einer Theaterbühne. Häuser, Büsche und auch Gegenstände sind mit Kreide auf dem Boden angedeutet. Erstmal sehr seltsam und gewöhnungsbedürftig. Vor allem wenn Menschen imaginäre Türen öffnen. Doch die Kulisse entwickelt seinen ganz eigenen Reiz. Zum Beispiel wenn man sieht was schreckliches in einem Haus vor sich geht und draußen trotzdem alle ihren alltäglichen Tätigkeiten nachgehen. In diesem Moment sind eben keine Wände da und die Personen sind sich scheinbar näher und doch so fern, denn keiner sieht was geschieht. Eine interessante Darstellung. Hauptdarstellerin Nicole Kidman leistet Hervorragendes. Eigentlich mag ich keine Filme mit ihr - aber hier ist sie mir das erste Mal richtig positiv und wuchtig aufgefallen. Der Film ist in 9 Kapitel und einem Prolog eingeteilt. Man hört oft eine männliche Erzählerstimme, der manchmal die Gedanken ausspricht, die Charaktere gerade hegen. Am stärksten wird "Dogville" in den letzten 3 Kapiteln. Das Martyrium von Grace erlangt seinen Höhepunkt und die Auflösung folgt. Das Ende ist dann wirklich hart und erschütternd. Ich war arg zwiegespalten aber doch gefesselt. Im Film sind 2 Vergewaltigungen zu sehen und eine sehr grenzwertige Ermordung eines Babys. Dies möchte ich gesagt haben, da zart besaitete Menschen hier an ihre Grenzen stoßen könnten und von daher diesen Film eher meiden sollten. "Dogville" ist schwerer und ungemütlicher Stoff und schafft es, hingegen all meiner Zweifel, richtig intensiv zu wirken trotz Bühnen-Kreiden-Kulisse. Hätte ich nie für möglich gehalten. Die Darsteller sind allesamt stark und leisten Tolles. Man sieht: Es braucht nicht viele Effekte, Kulissen und Co. - es braucht starke Schauspieler. Natürlich ist "Dogville" kein Film für zwischendurch oder gar Popcorn-Kino aber für Filmfans und Cineasten durchaus mal einen Blick wert. Man sollte sich öfter auf Neues und Ungewohntes einlassen - es kann sich lohnen.

Freitag, 11. Januar 2013

Punkt: Zerbrich mich nicht (Jenny Kella)


Jenny kommt mit der Scheidung ihrer Eltern nicht klar, vor allem, da ihr Vater nun depressiv geworden ist. Sie verfällt zuerst der Bulimie, dann wird sie magersüchtig. Als sie dann auch noch von ihrer ersten großen Liebe über Monate hinweg missbraucht wird, scheint ihre Welt völlig zu zerbrechen. Aber Jenny will sich dieser Tatsache nicht stellen, mitunter weil ihre Mutter ebenso weg sieht. Die junge Frau führt einen inneren Kampf mit sich - immer darauf bedacht stark zu wirken. Wird Jenny wieder aufleben können?

Innerhalb 3 Stunden habe ich dieses Buch in einem Zug durchgelesen. Es ist mein erstes Buch seit sehr langer Zeit. Ich lese Bücher nur dann wirklich eifrig wenn mich der Inhalt brennend interessiert. "Zerbrich mich nicht" ist ein autobiographischer Roman. Er ist wirklich so geschehen und wird von der Autorin in der Ich-Form erzählt. 160 Seiten. Nicht sehr viel aber randvoll mit bewegendem und packendem Inhalt. Die Geschichte braucht nicht lange um eine Einleitung zu gestalten und das gefällt mir. Man ist schnell mitten im Geschehen und bekommt nach und nach das persönliche Grauen der Autorin geschildert - in kurzen, mit interessanten Überschriften versehenden Kapiteln. Der Schreibstil ist wirklich wuchtig. Ich finde mich in ihm wieder. Er ist einfach zu lesen und doch so bewegend und ergreifend wiedergegeben. Es gibt so viele Sätze die ich mir mehrmals durchlesen musste, da sie irgendwie so viel sagen, so schön klingen und sogar fast poetisch wirken. Sie sprechen Bände. Sie haben mir teilweise aus dem Innern gesprochen. Zwar lässt das Buch auf den letzten 30 Seiten etwas nach, da der Hauptinhalt (Der Absturz, das Grauen) weitgehend nieder geschrieben ist aber gleichzeitig ist das auch gut so, denn die Autorin lässt Licht in das Dunkle brechen. Sie zeigt, dass auch noch so eine schlimme Vergangenheit kein ENDE bedeuten muss - sondern dass es weiter geht - wenn auch mit den Schatten - es kann besser werden. Ein sehr gelungenes Buch, wunderbar geschrieben, nicht zu lange, nicht zu kurz - ein bewegendes Stück Geschichte, einer gebrochenen und doch verdammt starken Seele.